Wie die Spitäler der KAGes der Hitze trotzen

Pressemitteilung

In den Häusern der KAGes werden OP-Bereiche und neue Ambulanzen standardmäßig gekühlt. In Funktions- und Stationsbereichen, für die noch keine umfassende Kühlung vorgeschrieben war, rüstet die KAGes nach Möglichkeit nach, in zukünftigen Neubauten trotzen auch die Patientenzimmer Hitze­perioden. Neben baulichen helfen auch organisatorische Maßnahmen.

In Zeiten zunehmender Hitzeperioden bemüht sich die KAGes als größter Arbeitgeber der Steiermark sowohl für ihre Patient*innen als auch für mehr als 19.000 Mitarbeiter*innen um angenehme klimatische Bedingungen. Leicht ist das nicht, denn in älteren Gebäuden, die noch dazu teils dem Denkmalschutz unterliegen, sind nachträgliche Maßnahmen eine besondere Herausforderung.

Verbesserungsmaßnahmen in besonders kritischen Bereichen werden laufend getroffen, dafür braucht es allerdings Zeit und finanzielle Ressourcen.

Funktionszonen immer gekühlt

In Operationssälen, Aufwachräumen und neuen Ambulanzen hat die Hitze keine Chance, hier wird in jedem Fall die Temperatur überwacht und gekühlt. Ärzt*innen, Pflegepersonal und Angehörige der Medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe, die in diesen Bereichen arbeiten, bekommen die steigenden Außentemperaturen also erst nach Dienstschluss zu spüren. 

Auf den Stationen sieht die Lage unterschiedlich aus: In der neuen Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz werden auch die Personalstützpunkte und Patientenzimmer gekühlt – und das ökologisch vorbildlich mit Geothermie. Die Stationen an den Standorten Feldbach und Fürstenfeld des LKH Oststeiermark werden ab Juni ebenfalls „aktiv gekühlt“; in Feldbach wird dafür auch die zentrale Kälteerzeugung verstärkt. Im kommenden Jahr wird die Kühlanlage des LKH-Standorts Weiz im Verbund LKH-Univ. Klinikum Graz modernisiert und erweitert. Am Uniklinikum Graz selbst wird die Kühlung Schritt für Schritt im Zuge von Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf den neuesten Stand der Technik gebracht und erweitert.


 

Temperaturmanagement im Patientenzimmer

Bei ihren Bauten hat sich die KAGes stets an der ÖNORM H 6020 orientiert. Erst seit März 2024 schreibt diese Norm vor, dass es bei Neubauten und umfassenden Sanierungen auch in Patientenzimmern ein Temperaturmanagement geben muss. Diese Vorgaben werden bei Neubauten der KAGes selbstverständlich berücksichtigt – wie bei der kürzlich übersiedelten Abteilung für Pneumologie nach Bruck. Schon davor gab es intensive Bemühungen, im Krankenhaus selbst im Hochsommer durch bauliche Lösungen möglichst moderate Temperaturen zu gewährleisten, was jedoch in den immer längeren und intensiveren Hitzeperioden nur begrenzt möglich ist. Von Beginn an werden bei den Bauten der KAGes alle möglichen passiven Methoden zur Vermeidung von Überhitzung berücksichtigt, wie entsprechende Abschattung oder Reduktion von großflächigen Glasfassaden. Sind diese Möglichkeiten ausgeschöpft, wird ressourcenschonend aktiv gekühlt. In stark betroffenen Bereichen installiert die KAGes sukzessive nachträglich Erleichterungskühlungen.

Fassade des neuen Chirurgiegebäude am LKH-Univ. Klinikum Graz im Sommer
Neues Chirugiegebäude am LKH-Univ. Klinikum Graz mit beweglichen Abschattungselementen | © Pachernegg

 

Zusätzliche organisatorische Maßnahmen

Patientenzimmer, die nicht aktiv gekühlt werden können, sollten in der Früh bei niedrigeren Temperaturen gut gelüftet und danach abgeschattet werden. Wo Lüftung und Abschattung bereits automatisch erfolgen, sollten die Patient*innen möglichst nicht eingreifen. In den Spitälern stehen den Patient*innen und Mitarbeiter*innen auch gekühlte Getränke zur Verfügung.

Zunehmende Hitzeperioden bringen allerdings jede Form der Kühlung an ihre Belastungsgrenze, es wird daher in den kommenden Jahren laufend Investitionen in das Temperaturmanagement geben müssen.

 

Daten & Fakten

  • Die gesetzliche Basis für das Temperaturmanagement in Spitälern ist die ÖNORM H 6020. Vorrang haben dabei immer die Funktionsbereiche wie OP-Säle, Aufwachräume und Ambulanzen. Erst in der überarbeiteten Fassung der ÖNORM von 2024 ist bei Neubauten und umfassenden Sanierungen auch die Kühlung der Patientenzimmer – auf maximal 26 Grad – vorgeschrieben.

  • Die Patientenzimmer in den Spitälern der KAGes werden bevorzugt mit Kühl­decken und Fußbodenkühlung versorgt, sofern deren Einbau technisch möglich ist. Diese sind für die Patient*innen nicht sichtbar, sorgen aber für eine zugluftarme moderate Kühlung.

  • Die aktuellen Leuchtturmprojekte der KAGes: Erleichterungskühlungen in Feldbach und Fürstenfeld gehen heuer in Betrieb, in Weiz im kommenden Jahr. Ein über mehrere Jahre laufendes Großprojekt am LKH-Univ. Klinikum Graz sichert auch bei steigendem Bedarf die ausreichende Kälteproduktion.

  • Durch die neuen Bauten, wie die letzten drei Bauetappen der Chirurgie und die neue Radiologie, muss allein am LKH-Univ. Klinikum Graz die Kälteerzeugung von 2023 bis 2027 um rund 5.000 kW gesteigert werden. Das entspricht dem Kältebedarf von mehr als 20 durchschnittlichen Supermärkten, der zusätzlich bereitgestellt werden muss.

 

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